Darsam horm Aetharn
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Der stolze Zwerg "Darsam horm Aetharn" ist der erste und bis zum heutigen Tage einzige Basirapriester, welchen der cimmerianische Kontinent jemals zu Gesicht bekommen hat.
Lebensgeschichte von Morndinhorm " Darsam horm Aetharn "
Armon wischte seine Zeichnungen, welche er auf einer Steintafel skizziert hatte, mit einem Lappen aus, stellte sich breitbeinig mit einem erhobenem Krug vor die zahlreichen erschienenen Jungbärte und rief mit seiner durchdringenden Stimme durch die Taverne:
"Für heute ist es mit dem Unterricht über die Kampfeskunst und besondere Kampftechniken mit der kraftvollen und tödlichen Kuld genug. Zu Anfang des nächsten Mondzyklus verlange ich von jedem meiner hier anwesenden Schüler eine Hausarbeit über die Grundregeln des ehrenvollen Kampfes. Wer diese Hausarbeit bis dorthin nicht abgeliefert hat, wird einen Übungskampf mit echten Waffen und Rüstungen gegen mich führen und danach sich wünschen, niemals mehr einen meiner Aufträge zu versäumen ". Die Jungbärte schauten den grimmigen, mit Narben gezeichneten Zwergenlehrmeister mit respektvollen Blicken an und erhoben nach seinen Worten ebenfalls stolz ihre Bierkrüge.
"Kel'an Gamil....Kir da Nek Basira " hallte es durch den Raum und die jungen Zwergenkrieger tranken ihren Krug Zwergenstarkbier auf einen Schluck aus. Einige Schüler kamen nach dem Unterricht noch auf ihren erfahrenen Lehrmeister zu und stellten ihm noch einige Fragen bezüglich einiger Kampftaktiken, doch auch diese Fragen waren schnell beantwortet und nach einigen Augenblicken war in der Taverne von Jungbärten nichts mehr zu sehen. Der stämmige Armon band sich seine kunstvoll verzierte, zweiblättrige Doppelaxt gerade auf den Rücken, als ein Bote des hiesigen Zwergenkönigs an die Seite des Zwergenveterans trat und mit ehrwürdiger Stimme diesen ansprach:
"Kir da Krom Armon Aetharn....ehrenwerter Rhuksjäger unseres Zwergenclans und ehemaliger Beschützer unseres Uzbads Toriel Trümmeraxt ".
Der Bote schwieg einen kurzen Augenblick, um letztendlich eine Regung seines Gegenübers zu erkennen, welche ihn dann zum Fortfahren veranlassen sollte. Armon schenkte sich in diesen Augenblicken des Schweigens einen weiteren Krug mit Zwergenbier ein und trank diesen, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen, aus. Nachdem er seinen Krug wieder auf den Tisch gestellt und den Schaum aus seinem Turg gestriffen hatte, antwortete Armon mit seiner gewohnt grimmigen Stimme.
"Kir da Krom Basira. Was gibt es denn so wichtiges, dass du mich zwischen meinem Unterricht und einem kühlen Khuzdbier abfangen musst oder anders ausgedrückt...meine verdiente Ruhe störst? "
Armon verstand es mit seiner bebenden Stimme und seinem durchdringenden Blick selbst den abgehärtetsten Anhänger des kleinen, stolzen Volkes aus der Ruhe zu bringen. Der Bote, welcher auf seiner Rüstung stolz das Emblem des Trümmeraxt-Clans trug, begann nun folgende Worte zu stottern:
" Für mein ungestümes Verhalten möchte ich mich in aller Form bei euch, Samman des Uzbads Armon Aetharn, entschuldigen... " Wieder trat eine kurze Stille in der leerstehenden Taverne ein, da der Bote wirklich nicht wusste, wie er sich dem Zwergenveteranen gegenüber, der in unzähligen Schlachten des Trümmeraxt-Clans erfolgreich gekämpft hatte und nicht zuletzt großen Anteil daran hatte, dass dieser Zwergenclan in dieser Region so hoch angesehen war, verhalten solle. Armon verdrehte, nachdem er die Angst des Jungbarts vor seiner Person erkannte, leicht seine Augen, legte seine Sachen abermals ab und stopfte sich seine Pfeife.
" Zander, wenn du nicht bald dein sonst so ungestümes Mundwerk in Bewegung bringst, so werden wir beide noch eine sehr lange Zeit hier in der Taverne verbringen. Also sage mir doch endlich, was du von mir willst oder soll ich noch ein Fass Zwergenstarkbier für uns beide bestellen? "
Nach diesen vertrauensvollen Worten, welche den Jungbart beruhigen und zugleich an seine Vernunft appelieren sollten, griff der Zwergenbote in seine braune Ledertasche, welche er sich um den Hals und den rechten Arm gebunden hatte und brachte einen Briefumschlag hervor, der zweifelsohne an Armon addressiert war. Armon konnte erkennen, dass der Bote den besagten Brief ihm stumm mit stark zitternden Händen entgegenhielt, was der Zwergenveteran jedoch ignorierte, da der Brief seine Aufmerksamkeit geweckt hatte. Der Bote fügte noch mit leiser Stimme folgenden erklärenden Satz hinzu:
" Der Brief ist von eurem Sohn...dem heiligen Priester der Basira, Darsam horm Aetharn " Einen kurzen Moment riss Armon Aetharn leicht erregt die Augen auf und griff hastig nach dem Briefumschlag, der sich immernoch in der zitternden Hand seines Gegenübers befand. Armon hielt kurze Zeit inne, als er den Umschlag in seinen Händen wusste und strich mit seinen rauhen Fingern mit einer ungewohnten Sanftheit über das faltige Papier. Armon begann nun schwerer zu atmen und eine spürbare Unruhe machte sich in ihm breit. Dennoch fixierte sich sein Blick auf den Brief, welchen er in seiner rechten Hand hin und her wiegte. Einen Augenblick später schaute er abermals auf und erblickte den immernoch leicht verängstigten Zwergenboten, den er mit einer Handbewegung und den Worten:
" Nun hast du wohl deinen Auftrag erfüllt und kannst micht jetzt alleine meine Pfeife rauchen lassen, oder irre ich mich "
fortschickte. Der Jungbart schüttelte leicht den Kopf, ließ sich dann auch nicht länger bitten, machte eine tiefe Verbeugung vor dem alten Zwergenveteranen und ging raschen Schrittes wieder aus der Taverne heraus. Armon legte den Briefumschlag erst einmal auf den Tisch und zündete sich, die einige Minuten vorher mit Liebe zum Detail gestopfte, Pfeife an und zog mit hohem Genuss an ihr. Beim Ausatmen des Rauchs versuchte er immer seine persönliche Technik des Ringeformens zu verbessern, wobei er im ganzen Zwergenumland für diese Kunst bekannt war. Als sich wieder seine Augen auf dem Brief festsetzten begannen die Finger des alten Zwerges seltsam zu jucken. Doch bevor er sich diesem Drang hingab den Brief seines Sohnes, von welchem er lange Zeit nichts mehr gehört hatte, zu öffnen, löschte er seine Pfeife und machte sich auf den Weg nach Hause zu seiner Frau und den Enkeln. Auf dem Weg zu seinem prunkvollem und massivem Marmorhaus schossen dem einstigen Zwergenkrieger sehr viele Gedanken durch den Kopf, welche sich natürlich alle um seinen Sohn drehten. Irgendwie verlor sich der Langbart in diesen Gedanken und staunte nicht schlecht als ihm plötzlich, noch auf der Straße, der wohlriechende Duft des Festmahls, welches seine Frau wieder für ihn zubereitet hatte, in die Nase kroch. Bei Armon machte sich ein heimisches Wohlgefühl breit, welches ihm ein Lächeln in das sonst so starre Gesicht zauberten. Wie beflügelt von diesem Duft stiefelte der Zwerg mit großem Schritten der Eingangstür entgegen. Er sperrte die massive Holztür, die mit Eisenbeschlägen verstärkt war, auf und öffnete diese unter einem lauten Knarren. Kurz nachdem das gesamte Haus von diesem unangenehmen Geräusch durchflutet wurde, sah man eine ältere Zwergin aus einer Tür kommen. Sie lächelte über das gesamte Gesicht, als sie ihren Mann die Eingangstüre hineinstapfen sah. Dieser hängte erst einmal seine auf den Rücken gebundene Zwergenaxt an eine verzierte Tafel neben der Türe. Dann zündete er sich wiedermal seine Pfeife an und ging auf seine Frau zu. Diese empfing ihren Mann mit einem fröhlichem Lächeln und flüsterte diesem, als sie ihren Mund an sein Ohr gesetzt hatte:
" Kir da Krom Basira mein geliebter Gatte Armon.... Die Enkelchen liegen schon im Bett und warten darauf, dass du ihnen noch eine Geschichte erzählst. Danach kannst du dich dann auch sofort an den Tisch setzen, denn die Schweinshaxen und das Met stehen für dich schon bereit. "
Armon antworte zarghaft und mit etwas Widerstreben in seiner Stimme mit einem:
" Ghul, dann werde ich in Basiras Namen den frechen Bongert noch eine Geschichte erzählen, damit sie auch gut einschlafen und morgen wieder gestärkt zu ihrer Kriegerlehrstunde gehen können. "
Er nahm nochmals einen tiefen Zug aus seiner wohlschmeckenden Pfeife und verschwand in eines der hinteren Zimmer. Dort wurde der stämmige Zwergenkrieger von seinen zwei Enkeln, die noch weit von ihrer Feuertaufe entfernt waren, mit freudigen Gesichtern und glitzernden Augen empfangen. Diese sprangen aus ihren Kinderbettchen auf und begrüßten Armon sehr liebevoll, worauf der Großvater mit einem stolzen Lächeln auf den Lippen die beiden wieder zurück in ihre Betten trug. Alagh, der jüngere von den Beiden, sprach mit einer fröhlichen und gefühlvollen Stimme seinen Großvater an:
" Kir da Krom Basira Gamil Armon. Wir haben die ganze Zeit auf dich gewartet, denn du sollst uns doch noch eine Geschichte erzählen, wie du es jeden Abend machst. " Mit diesen Worten vertrieb der junge Alagh die Unlust, die sich in dem alten Zwergen breit gemacht hat, und flößte dem Grimmbart wieder neue Lebenskräfte ein. Armon fuhr sich dann nachdenklich durch seinen Turg, da er sich überlegte, welche Geschichte er seinen Enkeln noch erzählen könne und blieb in Gedanken bei dem Brief ihres Vaters stehen. Diese Geschichte hatte er den beiden Jungbärten noch niemals erzählt und es sei auch endlich Zeit, dass sie erfahren, wer ihr Vater ist und wo er sich aufhält.
" Hab ich euch jemals eine Geschichte von eurem Vater Darsam erzählt ? "
fragte der langbärtige Großvater mit einer ungewohnt vorsichtigen Stimme. Die Enkel antworteten mit ihren leisen Stimmchen, aber dennoch mit höchstem Interesse für ihren Vater mit:
" Nein, werter Gamil Armon "
Mit den bedeutsamen Worten: " So werde ich euch nun von der Jugend und den Heldentaten eures Vaters erzählen...." begann Armon seine Erzählung über seinen einzigen Sohn Darsam.
" Ich erinnere mich noch an die Geburt von dem kleinem Darsam, als sei es gestern gewesen... Eure Großmutter und Ich waren gerade auf einem großem Fest zu Ehren unseres Uzbads Toriel Trümmeraxt, da wir eine größere Schlacht gegen die Rhuks gewonnen hatten. Es war eine sehr ausgelassene Stimmung, wie man es von uns Zwergen eben kennt und das Bier lief auch sehr gut die Kehle hinunter. Plötzlich bekam eure Großmutter unglaubliche Krämpfe im Unterleib und wir mussten sofort einen Morndinhorm herbeirufen, da uns im vornherein klar war, dass es nun Zeit war, dass euer Vater das Licht der Welt erblicke. Der Morndinhorm war dann auch recht schnell da, half eurer Großmutter Darsam zu gebähren und legte den Segen unserer Göttin Basira auf den kleenen Racker. Schon als Mordinhorm das erste Mal in das Gesicht des neugeborenen Darsam schaute und ihn kurz in seinen Händen hielt, wusste dieser, dass aus diesem Jungen ein weiterer Dinhorm Basiras wird. Er sagte uns, dass auf seinem Nacken ein Muttermal in Form eines Hammers zu sehen sei und er auch eine hohes Maß an göttlicher Energie in der Seele des Jungbartes spüre, was darauf hinweist, dass Basira sich diesen Jungen für ihre weiteren Pläne ausgesucht hat. "
" Wieso habt ihr unserem Vater diese Namen gegeben ? " fragte nun der unermüdlich scheinende Alagh. Der alte Armon hielt auf diese Frage seines Enkels kurz ein, doch begann er diese dann ihm mit folgenden Worten zu erklären:
" Nachdem uns der Morndinhorm die Zukunft unseres Jungen prophezeiht hatte, so setzten wir seinen Namen aus folgenden Teilen zusammen. "Darsam" steht für die Gottheit oder den himmlischen Streiter. Das Wort " horm" steht wiederum für den Kleriker oder den Priester. "
Die Enkel nickten versändnisvoll und hörten sich interessiert an, was ihr erfahrener Großvater noch so über ihren wirklichen Vater zu erzählen hatte:
" Aber denkt nun nicht, dass ich euch noch Ewigkeiten von eurem Vater erzähle, da ihr auch bald schlafen müsst und ich auch noch einiges zu tun habe.... Also, wo war ich stehen geblieben ? "
Armon musste kurz überlegen bis er wieder Anschluss an seine Gedanken fand
" Jedenfalls geschah es auch so, wie es der Morndinhorm prophezeiht hatte, und Darsam ging, im Gegensatz zu all seinen Kameraden, auf die Priesterschule. Er war wirklich ein sehr intelligentes Kind. Jedoch schaltete er auch öfters seinen Verstand aus, wenn er Diskussion über unsere Gottheit führte. Dieser kleine Bongert war dermaßen fanatisch in seinen Anschauungen, dass er einmal einen anderen Jungbart grün und blau geschlagen hatte, nur weil er die Unvorstellbarkeit der Mächte unserer Göttin Basira in Frage gestellt hatte. Jedenfalls lernte euer Vater auf dieser Priesterschule mehr seinen Verstand zu gebrauchen und wurde speziell darauf ausgebildet, für den Fall dass später Basira ihm ihre Segnung gewähren sollte, dass er als Medium mit diesen mächtigen Kräften umgehen könne. "
Armon nahm nun einen tiefen Zug aus seiner Pfeife und erzählte den beiden Jungbärten mit vor Stolz geschwellter Brust: " Natürlich wählte Basira dann unseren Darsam auch für ihre Segnung aus und gewährte ihm ihre Mächte, welche durch ihn, als Medium kanalisiert und auf das Irdische übertragen werden. "
Der erfahrene Zwerg schaute in die beiden interessierten Gesichter der beiden Jungen, doch konnte er ebenso erkennen, dass sie kein Wort aus seinem letzten Satz verstanden hatten. Er fuhr dennoch mit einem leichteren Thema fort:
" Nach dieser Segnung wurde Darsam zum Berater unseres Uzbads und dem Diplomaten unseres Clans bestimmt. Auch durfte er, wenn der Morndinhorm gerade auf Reisen war, einige Gottesdienste zu Ehren Basiras halten. Aber auch durfte er nicht seine tägliche Meditation und das damit verbundene "In-Kontakt-treten" mit Basira vernachlässigen "
Armon erhob mahnend seinen Finger und sprach zu den beiden Jungen in einem belehrenden Ton:
" Die Gelehrsamkeit und die Grundhaltung eures Vater, niemals aufzugeben, könnt ihr beide übrigens auch gerne übernehmen. In dieser Hinsicht verhielt sich euer Vater nämlich sehr vorbildlich. Doch weiter.... Während der Zeit seiner Priesterausbildung lernte Darsam auch eure Mutter Samryn kennen. Sie war eine schöne Zwergenschützin und hatte sich in der Garde unseres Uzbads, genauso wie ich mit dem Kuld, einen Namen gemacht. "
Armon schaut hektisch auf einen Zeitmesser, welchen er sich selbst gebaut hatte und befand den Zeitzeiger für sehr weit fortgeschritten. Dies machte er sich zum Grund seine Geschichte ein wenig abzukürzen:
" Jedenfalls heiratete Darsam eure Mutter und Samryn gebahr euch dann auch kurze Zeit später. Jedoch wurde eure Mutter bei einem Angriff der Orken von einem Wurfspeer tödlich getroffen und starb noch auf der Verteidigungsmauer. Darsam eilte ihr zwar noch zur Hilfe und wollte ihre Wunden heilen, doch der Speer steckte zu nah am Herzen und sie starb dann auch in seinen Armen. Euer Vater trauerte lange um eure Mutter und verkroch sich immer mehr hinter seiner Priesterschaft bis er auf die Idee kam auf eine große Reise über die vielen Kontinente zu gehen. Er wolle den Namen unserer Göttin Basira verbreiten und den Zwergen auf den verschiedensten Kontinenten Mut zu sprechen. Nun ist es schon mehrere Jahre her, dass sich euer Vater aufgemacht hat, aber irgendwann wird er sicherlich zu euch beiden zurückkehren, um zu schauen was aus euch beiden geworden ist. Und wenn ihr jetzt nicht endlich schlafen geht, dann wird aus euch nie etwas gescheites....also schlaft nun, damit ihr ausgeruht für den morgigen Tag seid. "
Zwar protestierten die beiden Jungbärte auf das Schärfste und wollten unbedingt noch weitere Geschichten aus dem Leben ihres Vaters hören, doch Armon blieb letztendlich hart, wie man es von ihm gewohnt war, löschte alle Lampen im Zimmer und schloss die Türe hinter sich. Als er auf den Gang, außerhalb des Zimmers trat, fiel ihm plötzlich wieder der Brief von Darsam ein, welchen er nun hektisch aufriss und hastig durchlies. Als er am unteren Ende des Briefs angelangt war, formte sich ein Lächeln auf seinen Lippen und er murmelte nur im Stillen zu sich:
" Auf Cimmeria befindest du dich nun also....viel Glück mein Sohn "
